Mittwoch, 5. Juli 2017

WMDEDGT 7/17


Kinder, wie die Zeit rennt. Es ist Juli. Wahrscheinlich gibt es bei Frau Brüllen heute sehr viele Urlaubsversionen des WMDEDGT. Bei mir ist es mal wieder ein ganz normaler Mittwoch ...

01:30

Der Liebste kommt von seinem Grillfest heim. Immerhin mit Bescheidgeben wurde es mal wieder später, als angekündigt. Ich wache kurz auf und frage ob das Auto noch da ist, das habe ich - völlig genervt nach einem langen Arbeitstag - halblegal geparkt. Auto noch da. Ich kann weiterschlafen.  


05:45

Weckerklingeln, Yoga, Duschen, Kaffee. Meine Grundstimmung ist wie leider die letzten Tage schon eher düster. Eine Möglichkeit wäre, jeden Morgen statt jeden zweiten laufen zu gehen, was dem ein wenig entgegenwirken würde. Aber ich kenn es ja... damit wäre ich wieder einen Schritt zurück, wieder ein wenig mehr gefangen, und langfristig kein bisschen weiter. Also heißt es, auszuhalten, auch für T. 


10:00

Langsam werden bei uns die Meetingräume rar. Unsere wöchentliche Team-Planung müssen wir an meinem Schreibtisch machen, Audit geht vor. Irgendwie muss man sich da bald was überlegen. (Vor der Bereitstellung weiterer Räume wäre ich für eine Reform der Meeting-Kultur. Gut vorbereitete Menschen, die aufmerksam zuhören, kein Handy dabei haben, nebenbei keine Mails beantworten, meeten und entscheiden schneller. Problem gelöst.) In der Wochenplanung wird klar, was sich schon andeutete: Zu viel zu tun für zu wenig Leute. Das wäre sogar der Fall für volle Verfügbarkeit der Ressourcen, aber da wir auf die Urlaubszeit zusteuern, muss man langsam echt müde lächeln. Nun, unsere Laboranten sind ein großherziges Völkchen, aber auch launisch. Da heißt es für uns als wichtigstes: Ruhe bewahren, Ruhe ausstrahlen, nervös werden nur innerlich und Panik bitte erst, wenn Tihange explodiert ist. Sehr wichtig auch in der Wortwahl: niemals nie "asap" sagen. Denn Asap hieß mal: durchgearbeitete Wochenenden, Nächte im Labor, auch mal Seite an Seite mit den Gründern. Immer in der Gewissheit: Ich arbeite hier nicht nur für das Unternehmen, sondern damit ich morgen noch einen Job habe. Das sitzt tief, und ich muss mich darüber nicht erheben - immerhin habe ich zu den Gründungszeiten noch in der Schule gesessen und Lateintexte übersetzt.


12:00

Mittagspause, Brote mit Gurke und Frischkäse. Für mehr Flexibilität reichts zur Zeit leider nicht. Mir fällt ein, dass WMDEDGT ist und - ich gehorche natürlich den neuen Richtlinien zur Internetnutzung - schreibe mir eine E-Mail als Grobentwurf für diesen Post. Nun, in der Pause dürfen wir nämlich private E-Mails aufrufen, jedoch nicht im Internet surfen. Sprich: Gmail ja, Spiegel nein. Aber was ist mit gmx.de? Dem klassischen Zwitter zwischen E-Mail-Provider und halbgaren Nachrichten. Man weiß es nicht, und die obrigen auch nicht. Mit der Erlaubnis, private E-Mails abzurufen, hat man sich nämlich meines Erachtens die Möglichkeit blockiert, Browser-Verläufe nachzuvollziehen, was ja eigtl. das Drohmittel ist, um den Arbeitnehmer zur Einhaltung der Richtlinien zu bringen.

15:30

Den Nachmittag verbringe ich damit, Informationen hinterherzurennen, die ich für morgen benötige und die mir "Klar, klär ich sofort" seit Tagen versprochen sind. Ich merke mehr und mehr, dass die E-Mail-Flut mittlerweile so groß ist bei allen, dass oft genug selbst meine, eigentlich von vielen als positiv knackig und auf den Punkt formuliert gelobten Mails (
  1. Ich beziehe mich auf../Es geht um...; 
  2. Der Status ist....
  3. Der nächste Schritt ist...; 
  4. Dafür muss x,y mit z entscheiden, ob/wie/zwischen den Alternativen; 
  5. Rückmeldung an mich bis, dann seid ihr aus dem Schneider
) ignoriert werden.
Bekäme ich so eine Mail auf dem Silbertablett serviert, würde ich SEHR schnell mein dort benanntes To-Do erledigen. Aber nun. Manche Leute gehen gerne den nervigen Weg. Dann steh ich eben irgendwann im Rücken und dann kann ich auch nichts dafür, dass ich Mitwisser bin, wenn da gerade die IT-Richtiline missachtet wird...

16:30
Feierabend. Wann ist das so warm geworden? Mit dem Parken habe ich diese Woche kein Glück. Ich muss im fließenden Verkehr der Hauptstraße einparken, danach bin ich klatschnass geschwitzt.

18:00

Abendessen: Reste vom Grillen mit Salat und Kartoffeln for Carbs. Diese Art von Reste-Mix sieht selten besonders ansprechend aus, aber ist einfach grandios lecker.
  
20:00

Neue ZEIT ist runter geladen. Wir sitzen auf dem Balkon bei genialen Temperaturen, und ich starte die ZEIT wie immer mit "Was mein Leben reicher macht". Dazu ein kaltes Wasser mit Minze aus eigenem Anbau. Hier bleibe ich jetzt. Zugegeben: die Lautsprecher vom Lousberg-Lauf nerven ein ganz klein wenig....aber was soll's.

21:00
Na gut, es soll doch noch eine Folge House of Cards sein. Ich werd dabei aber seeeehr müde, und so liegen wir um 

22:00 
im Bett und lesen. Die Nachbarn sitzen unterm Fenster draußen und erzählen, sodass wir leider das Fenster schließen müssen, wenn wir nicht noch mehr Details über Tante Ernas (kein Namensplatzhalter, die gibt´s anscheinend wirklich) Krankengeschichte hören wollen.  



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