Sonntag, 9. Juli 2017

Wedding in the City

Gestern waren wir zu einer Hochzeit eingeladen. Nicht die allerengsten Freunde, aber so liebenswürdige Menschen, dass ich mich immer sehr sehr freue, wenn ich die beiden sehen kann. Da er - ursprünglich ein Kollege des Liebsten - nun nicht mehr am Institut ist, sind die Gelegenheiten sich zu sehen, ohne aktiv dafür werden zu müssen, leider seltener geworden.

Ob der Randbedingungen der Hochzeit hatten wir im Vorhinein ein wenig Zweifel. Nicht nur, dass die kirchliche Trauung mitten in Köln stattfand, und demensprechend die Auto-Entsorgungs-Frage schwierig werden würde. Auch fragten wir uns, wie die Zeit zwischen Trauung (13 Uhr) und Feier-Beginn (17 Uhr) wohl rumzukriegen sein würde. Bei 30 Grad. Im Kleid (zugegeben: wir Frauen hatten gut reden, die Männer hatten es ein wenig schwerer). Mit hohen Schuhen. 

Und dann lief alles total cremig. Alle Sorgen umsonst. Wir fuhren mit unseren Freunden mit unserem Auto, die Jungs schmissen uns Mädels netterweise an der Kirche raus, und fanden in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz für 4€ - für den ganzen Tag wohlgemerkt. Zwar hatten wir zu den schicken Kleidern vielleicht nicht ganz so gut passende große Taschen mit allem, was man so braucht für einen ganzen Tag, aber das war dann auch nicht weiter schlimm.
Die Trauung war schön. Im Anschluss wurde sogar zur Überbrückung der Zeit die Möglichkeit gegeben, einer Stadtführung beizuwohnen.  Wir vier entschieden uns aber für Cappu bzw. Kölsch in einem Cafe im Schatten bei herrlichster Brise und tankten hier noch einmal Energie für den Abend. Träumchen. Ich konnte das so richtig genießen, wollte nicht weg, guckte nicht auf die Uhr. 

Um 17 Uhr liefen wir dann 500 Meter bis zu der wirklich grandiosen Location Orangerie im Volksgarten. Ein wunderschöner Saal, unterkellert für die spätere Party. Das Highlight war aber der Garten, in dem der Empfang stattfand (und auch später noch viel Trubel war bei den Temperaturen). Es ging chillig weiter. Zum ersten Mal fiel mir auf, dass eine Hochzeit so viel schöner ist, wenn man nicht ständig von Station zu Station gescheucht wird (Fotomachen, Bild malen, Basteln, Fingerabdruck, ..). Klar, ein Gästebuch ist für das Brautpaar eine wunderschöne Erinnerung und jeder Gast sollte dies mit entsprechender Aufmerksamkeit bedenken. Aber insgesamt muss eine Balance gefunden werden. Auch das "Programm" war kurz und knackig, mit einer netten TV-Show der Trauzeugen, in der innerhalb 15 Minuten alles gebündelt wurde (Videos nicht anwesender Freunde, ein Spiel, ein paar Fotos, Rede). Perfekt. 

Das schönste war aber zu sehen, dass das Brautpaar durch diese Gestaltung des Tages die Chance hatte, den Tag selber wirklich zu genießen. Und am Ende zu Kölscher Mukke abzurocken.

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